Gott spricht: „Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.

(Offenbarung 21,6)

Jahreslosung 2018

 

Das Wort „umsonst“ benutzen wir oft, wenn wir meinen, dass etwas kostenlos ist. Es hat aber auch einen negativen Klang: Alles war vergeblich. Darum werde ich dann immer wieder korrigiert: „Du meinst, es kostet nichts.“ Doch auch dies stimmt nicht. Demjenigen, der mir etwas kostenlos gibt, hat es schon etwas gekostet: Mühe, Arbeit, Material, Zeit... So habe ich im Wörterbuch nachgesehen, was dieses Wort im Griechischen meint. Da steht „unentgeltlich, geschenkweise, umsonst“. Beim Notieren überlege ich: Wie schreibt man unentgeltlich? Mit „d“, weil es von Geld kommt? Aber nein, es kommt von „entgelten“. Aber das Wort „Geld“ kommt doch sicher von „entgelten“? Mit Geld gebe ich dem anderen ein Äquivalent für das, was er mir gegeben hat, und damit sind wir wieder quitt.

Schenken aber ist das Gegenteil davon, auch wenn wir anlässlich von Geburtstagen und Weihnachten überlegen: „Was habe ich beim letzten Mal bekommen?“ und meinen, nun in derselben Größenordnung etwas besorgen zu müssen. Es ist ja gar nicht so leicht, ein Geschenk wirklich als Geschenk anzunehmen, also sich beschenken zu lassen und darin keine Verpflichtung für künftige Zeiten zu sehen.

Auch mit „unverdientermaßen“ oder „ohne Grund“ kann dieses griechische Wort übersetzt werden. Ja, Gott will uns beschenken, obwohl wir es nicht verdient haben und es uns auch gar nicht verdienen können: das Wasser des Lebens/die Taufe, die uns des ewigen Lebens vergewissert, das Gott nicht aufgrund unserer guten Taten für uns vorgesehen hat, sondern weil er uns liebt.

Noch eine dritte Möglichkeit gibt es, das Wort zu übersetzen und zwar „ohne Erfolg“ , „zwecklos“. Damit sind wir wieder bei „umsonst“ und seiner negativen Bedeutung angelangt. Alles, was Gott für uns getan hat und womit er uns beschenkt, könnte zwecklos gewesen sein, wenn wir sein Geschenk nicht annehmen, weil wir meinen, besser ohne ihn durch's Leben zu kommen. Ihre Pastorin Katharina Dang