Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott, und Gott bleibt in ihm.

1. Johannesbrief  4,16

Monatsspruch für August 2018

Dieser Spruch wird oft von den KonfirmandInnnen zu ihrer Konfirmation, von Eheleuten für ihre Trauung, von Hinterbliebenen für ihre heimgegangenen Angehörigen ausgewählt. Allen denen und auch uns in den wichtigen Lebensübergängen ist Liebe wichtig. Immer wieder versuchen wir, die Liebe zu leben. Manchmal scheitern wir, weil wir merken, dass es schwierig ist, einander Liebe zu schenken. Denn der Alltag bietet uns ja manch ein Gegenteil: wir stoßen auf Erfahrungen und Erlebnisse, die alles andere sind als Liebe. Wir wollen ja einander lieben, aber das gelingt uns sehr schwer: Ist es Liebe, wenn mein verstorbener Angehörige nicht mehr bei mir ist? Ist es Liebe, wenn es Probleme in der Ehe bzw. in der Beziehung gibt, so dass diese zum Scheitern kommt? Ist es Liebe, wenn ich als Jugendlicher meinen Abschluss nicht schaffe oder von meinen Mitschülern schikaniert werde? Ja, wir messen gern mit menschlichen Maßstäben. Wir wollen immer Beweise haben: etwas sehen, hören, spüren, was uns das Gefühl von der vorhandenen Liebe gibt. Dabei stoßen wir auf Grenzen - unsere eigenen und die unserer Mitmenschen - , ganz gleich, wo wir uns befinden. Doch Gottes Liebe ist anders. Seine Liebe ist allumfassend und vollkommen und sie kennt keine Grenzen! Sie kennt keinen Neid, keine Eifersucht, keine Kriege, kein Mobbing, keine Ausgrenzung, keine Diskriminierung, keine Verleumdungen, keine Herabsetzungen, wie wir sie leider viel zu oft erleben. Keiner liebt so grenzenlos und ohne Ansehen der Person wie Gott. Jeder Mensch ist gleich vor ihm und doch einzigartig erschaffen. Gott sorgt sich darum, dass wir seine unendliche Liebe zu uns kommen lassen! Er sorgt sich darum, dass wir zu seiner Art Liebe finden und darin auch bleiben. Eins ist klar: wir sind nicht ein für allemal in der Liebe, auch als Christinnen und Christen nicht. Wir müssen immer wieder darum ringen, in der Liebe zu bleiben. Manchmal dauert es lange, manchmal braucht es zähe Verhandlungen und Auseinandersetzungen - mit Gott, mit dem Nächsten, auch mit uns selbst. Immer wieder hat uns die Angst im Griff. Immer wieder verlieren wir unseren Nächsten aus dem Blick. Immer wieder bleibt unser Vertrauen in die Liebe Gottes wankelmütig. Unsere Liebe ist nie vollkommen: Nicht die zu Gott, nicht die zu unseren Nächsten, nicht einmal die zu uns selbst. Aber wir können uns in die Arme Gottes fallen lassen. Denn er ist die vollkommene Liebe. Und das ist der richtige Platz für uns. Genau da sollten wir auch bleiben wollen.

Mit Segenswünschen, Ihre Swetlana Bossauer